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KI in Schweizer KMU 2026: Wie viele sie schon nutzen – und wofür

Von Simon Mast ·

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 nutzen 35 Prozent der KMU KI bewusst, 39 Prozent testen sie, 26 Prozent verzichten darauf.
  • Am häufigsten dient KI für Übersetzungen, Korrespondenz und Werbetexte, zunehmend auch zur Optimierung von Arbeitsschritten.
  • Nur 12 Prozent der KMU mit KI-Erfahrung rechnen damit, künftig auf Personal verzichten zu können.
  • Grösste Hürde ist fehlendes Know-how (40 Prozent im KMU ZH Monitor 2026), dahinter Bedenken bei Datenschutz und Sicherheit.

Rund drei Viertel der Schweizer KMU nutzen oder testen künstliche Intelligenz (KI). Das zeigt die AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2026. Eingesetzt wird KI vor allem für Übersetzungen, Korrespondenz und Werbetexte, zunehmend auch zur Verbesserung von Arbeitsabläufen. Einen Stellenabbau erwartet nur eine kleine Minderheit. Die grösste Hürde ist fehlendes Know-how, dahinter folgen Bedenken beim Datenschutz.

Wie viele Schweizer KMU nutzen KI?

Die aktuellste Zahl liefert die AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 (öffnet in neuem Fenster), veröffentlicht am 15.09.2026. Das Forschungsinstitut Sotomo hat dafür im Auftrag der AXA vom 11. bis 18.03.2026 insgesamt 336 KMU mit fünf und mehr Beschäftigten online befragt, aus der Deutschschweiz und der Romandie. Die Antworten wurden nach Unternehmensgrösse und Branche gewichtet (Studienbericht, Kapitel Methodik (öffnet in neuem Fenster)).

Das Ergebnis:

  • 35 Prozent der KMU bauen KI bewusst in ihre Abläufe ein.
  • 39 Prozent probieren KI aus, etwa in einzelnen Projekten oder weil Mitarbeitende sie auf eigene Initiative nutzen.
  • 26 Prozent nutzen keine KI.

Der grosse Sprung fand laut Studie zwischen 2024 und 2025 statt: Der Anteil der KMU, die KI testen oder aktiv nutzen, stieg von 55 auf 71 Prozent. Seither hat sich die Nutzung auf diesem Niveau eingependelt. Die Studie spricht davon, dass die Phase der ersten Einführung «weitgehend abgeschlossen» ist. Über die Studie berichtete am 17.09.2026 auch Plattform J (öffnet in neuem Fenster).

Ein Vergleich mit der Bevölkerung: Laut einer Comparis-Umfrage vom 02.04.2026 (öffnet in neuem Fenster) nutzen 76,1 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz regelmässig ChatGPT, Google Gemini oder ein ähnliches KI-Werkzeug (2024: 49,7 Prozent). Befragt wurden im März 2026 insgesamt 1035 Personen. Viele Mitarbeitende kennen KI also bereits aus dem Privatleben, oft bevor ihr Betrieb Regeln dafür aufgestellt hat.

Wofür setzen KMU KI ein?

Vor allem für Sprache und Text. Laut der AXA-Studie nutzen die KMU KI-Werkzeuge 2026 für:

  • Übersetzungen: 47 Prozent
  • Korrespondenz: 42 Prozent
  • Werbetexte: 35 Prozent
  • Optimierung von Arbeitsschritten: 35 Prozent (2024: 23 Prozent)
  • Datenanalysen: rund ein Drittel
  • Kundenbetreuung und Support: 17 Prozent
  • Personalisierte Werbung: 16 Prozent

Auffällig ist zweierlei. Erstens wächst KI über reine Textaufgaben hinaus: Prozessoptimierung und Datenanalysen haben seit 2024 am stärksten zugelegt. Zweitens ist der Einsatz im direkten Kundenkontakt nicht über das Niveau von 2024 hinausgewachsen. Die Studie vermutet, dass KI in der Kommunikation nach aussen zum Risiko für den Ruf werden kann, weil Kundinnen und Kunden KI-Texte zunehmend erkennen. KMU setzen KI also lieber intern ein, wo sie Zeit spart, ohne dass die Kundschaft etwas davon merkt.

Ein ähnliches Bild zeigt der KMU ZH Monitor 2026 (öffnet in neuem Fenster) der Zürcher Kantonalbank, durchgeführt von der ZHAW: 48 Prozent der Zürcher KMU wollen mit KI vor allem die Qualität ihrer Arbeit verbessern. Es geht also nicht nur ums Sparen.

Kostet KI Arbeitsplätze?

Nach Einschätzung der KMU selbst: kaum. In der AXA-Studie erwarten 47 Prozent der KMU mit KI-Erfahrung, dass sie Zeit sparen, ohne dass sich die Zahl der Stellen verändert. Nur 12 Prozent rechnen damit, künftig auf Personal verzichten zu können. Diese Werte sind laut Studie über alle drei Erhebungsjahre bemerkenswert stabil.

Weitere Zahlen aus derselben Umfrage:

  • 41 Prozent sehen die Fortschritte bei KI als Chance für ihr Geschäft, 15 Prozent als Bedrohung, 44 Prozent sind neutral.
  • Zwei Drittel glauben nicht, dass KI die Arbeit in ihrem Betrieb grundlegend verändern wird.
  • 31 Prozent sehen Handlungsbedarf beim eigenen Geschäftsmodell, bei grossen KMU (50 bis 250 Beschäftigte) sind es 42 Prozent, bei kleinen (5 bis 9 Beschäftigte) 23 Prozent.

Auch im Kanton Zürich erwarten Betriebe, die KI positiv sehen, laut KMU ZH Monitor eher einen Stellenaufbau als einen Abbau. Die AXA-Studie fasst es so zusammen: KI gilt als Effizienzwerkzeug, nicht als Kraft, die alles umwälzt. Wichtig dabei: Das sind Erwartungen der Betriebe, keine Messungen der tatsächlichen Stellenentwicklung.

Was hält KMU zurück?

Am häufigsten fehlendes Wissen. Im KMU ZH Monitor 2026 nennen 40 Prozent der Betriebe fehlendes Know-how als grösstes Hindernis. Bei Firmen, die schon Mühe haben, Fachkräfte zu finden, sind es 51 Prozent. Laut Zürcher Kantonalbank (öffnet in neuem Fenster) haben sich an der Umfrage von März bis April 2026 insgesamt 1287 Zürcher Unternehmen beteiligt.

Weitere Hürden aus derselben Studie:

  • Datenschutz und Sicherheit: Bedenken äussern 46 Prozent der mittelgrossen und 38 Prozent der kleineren Betriebe.
  • Zeit: Der Studienleiter der ZHAW nennt neben Know-how und Datensicherheit auch fehlende Zeit als wichtige Hürde. Eine Prozentzahl dazu ist nicht veröffentlicht.
  • Unterstützung gesucht: 73 Prozent der mittelgrossen und 58 Prozent der Kleinstunternehmen wünschen sich Hilfe, am liebsten in Form konkreter Anwendungsbeispiele.

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) kommt in ihrem Beitrag «Responsible AI als Chance für Schweizer KMU» (öffnet in neuem Fenster) (KMU-Magazin, Juni 2026, Autor: Ricardo Chavarriaga, ZHAW) zum gleichen Schluss: Wissenslücken, fehlende Ressourcen und unklare Strategien bremsen KMU. Dazu kommt die Unsicherheit, welche Regeln künftig gelten. Laut SATW wird ein Gesetzesentwurf des Bundes zur KI-Regulierung bis Ende 2026 erwartet.

Wie starten KMU sinnvoll?

Die SATW empfiehlt, mit wenigen klaren Fragen zu beginnen: Welches Problem soll KI lösen? Welche Daten werden genutzt? Wer trägt die Verantwortung? Wie wird geprüft, ob es funktioniert? Daraus ergeben sich vier praktische Schritte:

  1. Einen Prozess wählen: eine Aufgabe, die sich oft wiederholt und Zeit kostet, zum Beispiel Offerten, Terminanfragen oder das Beantworten häufiger Fragen. Eine Prozessanalyse zeigt, wo sich das lohnt.
  2. Klein beginnen: zuerst intern testen, Ergebnisse messen, dann ausbauen. Erst wenn es zuverlässig läuft, übernimmt ein KI-Agent Aufgaben selbstständig, auch im Kundenkontakt.
  3. Datenschutz von Anfang an klären: festlegen, welche Daten in welches Werkzeug dürfen und wo sie gespeichert werden.
  4. Das Team schulen: Wenn fehlendes Know-how die grösste Hürde ist, ist Schulung der wirksamste Hebel. Viele Mitarbeitende nutzen KI ohnehin schon privat, mit klaren Regeln wird daraus ein Gewinn für den Betrieb.

Einen Überblick über Chancen und Risiken gibt unser Artikel KI im KMU: Chancen und Risiken. Wo Ihr Betrieb heute steht, zeigt der kostenlose KI-Ready Check.

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Häufige Fragen

Wie viele Schweizer KMU nutzen KI?

Laut AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 (336 KMU, März 2026) integrieren 35 Prozent KI bewusst in ihre Abläufe und 39 Prozent testen sie. Rund drei Viertel nutzen oder erproben KI also.

Wofür setzen KMU KI am häufigsten ein?

Für Übersetzungen (47 Prozent), Korrespondenz (42 Prozent) und Werbetexte (35 Prozent). Stark zugelegt hat die Optimierung von Arbeitsschritten, von 23 Prozent 2024 auf 35 Prozent.

Führt KI in KMU zu Stellenabbau?

Nach Einschätzung der Betriebe kaum. 47 Prozent der KMU mit KI-Erfahrung erwarten Zeitersparnis ohne Veränderung der Stellenzahl, nur 12 Prozent rechnen mit weniger Personal.

Was hält KMU vom Einsatz von KI ab?

Vor allem fehlendes Know-how: 40 Prozent der Zürcher KMU nennen es im KMU ZH Monitor 2026 als grösstes Hindernis. Dazu kommen Bedenken bei Datenschutz und Sicherheit sowie fehlende Zeit.

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