Fachartikel · KI-Schulung
KI selbst lernen: Wie sich KMU-Teams weiterbilden

Das Wichtigste in Kürze
- KI lernen Teams am besten in kleinen Schritten an echten Aufgaben – mit klaren Regeln, welche Daten in eine KI dürfen.
- Die EU-KI-Verordnung verlangt seit dem 02.02.2025, dass Anbieter und Betreiber die KI-Kompetenz ihres Personals fördern; ein Zertifikat ist laut EU-Kommission nicht nötig.
- Das Schweizer Datenschutzgesetz gilt laut EDÖB direkt für KI – auch bei der Eingabe von Personendaten in KI-Werkzeuge.
- Drei Wege stehen offen: Selbststudium online, Kurse und Hochschul-Lehrgänge (CAS) oder eine Schulung im eigenen Betrieb – sie lassen sich kombinieren.
- 2021 nahmen laut BFS 44,8 Prozent der 25- bis 74-Jährigen in der Schweiz an einer Weiterbildung teil.
KI lernen Teams am besten in kleinen Schritten an echten Aufgaben aus dem eigenen Betrieb – mit klaren Regeln, welche Daten in eine KI dürfen. Dafür gibt es drei Wege: Selbststudium online, Kurse und Hochschul-Lehrgänge (CAS) oder eine Schulung im eigenen Betrieb. Keiner ist für alle der richtige. Entscheidend ist, dass Ihr Team versteht, was KI kann, wo sie Fehler macht und wie man sie sicher einsetzt. Dieser Beitrag zeigt die Wege im Vergleich und erklärt, wie Weiterbildung im Alltag gelingt.
Warum sollten KMU-Teams KI lernen?
KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Copilot oder Claude sind in vielen Büros schon im Einsatz – oft ohne Anleitung. Wer sie ohne Grundwissen nutzt, verschenkt Zeit oder geht unnötige Risiken ein. Drei Gründe sprechen für eine gezielte Weiterbildung.
KI-Kompetenz wird erwartet. Die EU-KI-Verordnung verlangt in Artikel 4 von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen, dass sie die KI-Kompetenz ihres Personals fördern. Die Pflicht gilt laut EU-Kommission seit dem 02.02.2025; die Aufsicht durch die Behörden beginnt am 02.08.2026. Ein bestimmtes Niveau oder ein Zertifikat ist nach Angaben der Kommission nicht vorgeschrieben – eine interne Schulung, die dokumentiert wird, kann genügen. Für Schweizer KMU gilt die Verordnung dann, wenn ihre KI-Systeme in der EU angeboten oder genutzt werden oder Personen in der EU betreffen. Mehr dazu im Beitrag KI-Kennzeichnungspflicht.
Effizienz entsteht erst mit Wissen. Ein KI-Werkzeug liefert nur gute Ergebnisse, wenn man ihm klare Anweisungen gibt und das Ergebnis prüft. Wer weiss, wie das geht, spart bei Routinearbeiten wie Entwürfen, Zusammenfassungen oder Übersetzungen Zeit. Wer es nicht weiss, korrigiert lange nach.
Datenschutz braucht Regeln. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hält fest, dass das geltende Datenschutzgesetz direkt auf KI anwendbar ist (Mitteilung vom 08.05.2025). Wer Personendaten in ein KI-Werkzeug eingibt, muss also die bekannten Pflichten einhalten. Ein Team, das diese Grenzen kennt, macht weniger Fehler.
Weiterbildung ist in der Schweiz verbreitet, aber nicht selbstverständlich: 2021 nahmen laut Bundesamt für Statistik 44,8 Prozent der 25- bis 74-Jährigen an einer Weiterbildung teil. Bei 29 Prozent der 25- bis 64-Jährigen lag die letzte Weiterbildung mindestens fünf Jahre zurück (BFS, 11.03.2024, Daten 2021). Kurze, praxisnahe Formate senken die Hürde, wieder einzusteigen.
Welche Wege gibt es?
Für KI-Weiterbildung gibt es grob drei Wege. Die Tabelle zeigt sie im Überblick, ohne Rangfolge.
| Weg | Vorteile | Nachteile | Passt für |
|---|---|---|---|
| Selbststudium online | Eigenes Tempo, oft günstig | Braucht Disziplin, wenig Bezug zum Betrieb | Einzelne mit Eigeninitiative |
| Kurs oder CAS | Fundiert, anerkannter Abschluss | Mehrere Tage, höhere Kosten | Fach- und Führungskräfte |
| Schulung im Betrieb | Eigene Aufgaben, ganzes Team | Termin nötig, Aufwand für Planung | Teams mit gemeinsamen Abläufen |
Selbststudium online: Ein bekanntes kostenloses Beispiel ist Elements of AI der Universität Helsinki und MinnaLearn. Der Einführungskurs braucht laut Anbieter keine Programmierkenntnisse; es gibt eine deutsche Fassung.
Kurse und Hochschul-Lehrgänge: Mehrere Fachhochschulen bieten Weiterbildungen zu KI an, zum Beispiel das CAS KI und Organisation der ZHAW oder das CAS Design Thinking for Artificial Intelligence der FHNW. Dauer, Kosten und Zulassung stehen auf den Seiten der Hochschulen. Das SBFI hält fest, dass viele Bildungsanbieter Weiterbildungen entwickeln, in denen auch KI behandelt wird.
Schulung im Betrieb: Eine Fachperson kommt in den Betrieb oder schult per Video. Der Vorteil: Das Team arbeitet an den eigenen Unterlagen und Abläufen und kann Fragen direkt klären.
Die Wege lassen sich kombinieren. Viele Betriebe starten mit einer gemeinsamen Schulung und lassen einzelne Mitarbeitende danach selbstständig weiterlernen.
Wie lernt man im Alltag am besten?
Weiterbildung wirkt, wenn sie im Arbeitsalltag ankommt. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Klein anfangen. Eine einzige wiederkehrende Aufgabe auswählen, etwa eine Antwort auf eine häufige Kundenanfrage oder das Protokoll einer Sitzung.
- Echte Aufgaben statt Übungsbeispiele. Wer mit eigenen Themen arbeitet, erkennt schneller, ob ein Ergebnis stimmt.
- Ergebnisse immer prüfen. KI kann Angaben erfinden, die überzeugend klingen. Zahlen, Namen und Fakten gehören vor der Verwendung kontrolliert.
- Regeln zum Datenschutz festlegen. Schriftlich und kurz: Welche Werkzeuge sind erlaubt? Welche Daten dürfen hinein, welche nie (zum Beispiel Kundendaten, Gesundheitsdaten, Passwörter)?
- Wissen teilen. Gute Anweisungen («Prompts») an einem gemeinsamen Ort sammeln, damit nicht jede Person von vorne beginnt.
- Regelmässig wiederholen. Kurze Austauschrunden, etwa einmal im Monat, halten das Wissen aktuell. KI-Werkzeuge ändern sich schnell.
Hilfreich ist eine Ansprechperson im Team, die Fragen sammelt und neue Möglichkeiten im Blick behält. Sie muss keine Fachperson für Informatik sein.
Beispiel: Visionary Ventures
Ein Beispiel für Selbststudium ist Visionary Ventures – ein Projekt von Design Planet. Das Lernportal bietet Programme in vier Themenbereichen: KI und Automatisierung, Marketing und Sichtbarkeit, Business aufbauen sowie einen Videokurs zu Claude Code. Jedes Programm führt in fünf Schritten zu einem Ergebnis, mit Leitfäden, Checklisten und Vorlagen. Die Plattform ist auf Deutsch und Englisch, der Mitgliederbereich ist mit Zwei-Faktor-Anmeldung geschützt.
Laut der Seite zur Mitgliedschaft (Stand 24.10.2026) kostet der Zugang CHF 39 pro Monat oder CHF 299 pro Jahr; für Teams gibt es Plätze für namentlich genannte Personen. Visionary Ventures setzt selbst keine Projekte für Unternehmen um und ersetzt keine Schulung im Betrieb. Es eignet sich für Personen, die selbstständig weiterlernen möchten.
Wann lohnt sich eine Schulung vor Ort?
Eine Schulung im Betrieb lohnt sich besonders, wenn
- mehrere Mitarbeitende gleichzeitig starten sollen,
- im Team noch unklar ist, welche Werkzeuge und Daten erlaubt sind,
- die KI an eigenen Abläufen geübt werden soll – etwa Offerten, Kundenanfragen oder Texte für die Website,
- Sie dokumentieren möchten, dass Ihr Team geschult ist.
Design Planet bietet KI-Schulungen für Mitarbeitende von KMU an – online oder vor Ort, einzeln oder in Gruppen, auf Deutsch oder Englisch. Vorwissen ist nicht nötig. Die Inhalte reichen von den Grundlagen über klare Anweisungen und das Prüfen von Ergebnissen bis zum Datenschutz und werden auf Ihren Betrieb abgestimmt. Wenn Sie zuerst wissen möchten, wo Ihr Betrieb steht, ist ein KI-Ready Check ein guter Ausgangspunkt.
Design Planet aus Buchs ZH begleitet KMU persönlich vor Ort in der ganzen Deutschschweiz sowie in Deutschland, Österreich und Liechtenstein – und per Videoanruf überall.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Design Planet ist keine Anwaltskanzlei – die Angaben stützen sich auf die im Text verlinkten offiziellen Quellen (Stand: 26. Oktober 2026). Für Ihren konkreten Fall ziehen Sie bitte eine Fachperson bei.
Häufige Fragen
Müssen Schweizer KMU ihr Team in KI schulen?
Eine allgemeine Schweizer Pflicht gibt es nicht. Die EU-KI-Verordnung verlangt aber von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen, die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern. Das betrifft Schweizer KMU, wenn ihre KI-Systeme in der EU angeboten oder genutzt werden oder Personen in der EU betreffen.
Braucht es ein Zertifikat für die KI-Kompetenz?
Nein. Laut EU-Kommission ist weder ein Zertifikat noch ein bestimmtes Niveau vorgeschrieben. Es empfiehlt sich, interne Schulungen und Massnahmen zu dokumentieren.
Welcher Weg ist für ein KMU-Team der richtige?
Das hängt vom Ziel ab. Selbststudium passt für Einzelne mit Eigeninitiative, ein CAS für Fach- und Führungskräfte mit mehr Zeit. Eine Schulung im Betrieb eignet sich, wenn ein ganzes Team an eigenen Aufgaben und gemeinsamen Regeln arbeiten soll.
Welche Daten dürfen in ein KI-Werkzeug?
Das legt jeder Betrieb in eigenen Regeln fest. Das Datenschutzgesetz gilt laut EDÖB direkt für KI. Kundendaten, Gesundheitsdaten und Passwörter gehören ohne klare Grundlage nicht in ein KI-Werkzeug.