Fachartikel · Website & Datenschutz
Google reCAPTCHA 2026: Was sich ändert und was KMU jetzt tun sollten

Das Wichtigste in Kürze
- Google hat alle reCAPTCHA-Schlüssel in die Google Cloud verschoben – der Code auf der Website bleibt meist gleich.
- Kostenlos sind nur noch 10'000 Prüfungen pro Monat, darüber braucht es ein Zahlungskonto.
- Seit dem 2. April 2026 ist Google Auftragsbearbeiter – verantwortlich für den Datenschutz ist der Website-Betreiber.
- Datenschutzfreundliche Alternativen schützen Formulare ohne Google, ohne Cookies und ohne Bilderrätsel.
Google reCAPTCHA hat sich 2026 grundlegend verändert: Alle bisherigen reCAPTCHA-Schlüssel wurden in die Google Cloud verschoben, kostenlos sind nur noch 10’000 Prüfungen pro Monat, und seit dem 2. April 2026 ist Google beim Datenschutz nicht mehr eigenständig verantwortlich, sondern arbeitet im Auftrag des Website-Betreibers. Für Schweizer KMU heisst das: Datenschutzerklärung prüfen, Hinweise auf der Website anpassen – oder gleich auf eine datenschutzfreundliche Alternative wechseln.
Was ist reCAPTCHA?
reCAPTCHA ist ein Dienst von Google, der Kontaktformulare vor Spam schützt. Er prüft im Hintergrund, ob ein Mensch oder ein automatisches Programm das Formular ausfüllt. Manchmal müssen Besucherinnen und Besucher dafür Bilder anklicken – etwa «Wählen Sie alle Ampeln aus».
Viele Websites nutzen reCAPTCHA, weil es kostenlos und schnell eingebaut war. Genau das hat sich nun geändert.
Was hat sich bei Google reCAPTCHA geändert?
1. Umzug in die Google Cloud
Google hat die bisherige Version («reCAPTCHA Classic») auf seine Cloud-Plattform verschoben. Laut Google (öffnet in neuem Fenster) begann der automatische Umzug Ende 2025 und wurde im ersten Quartal 2026 abgeschlossen. Auf der Website selbst muss dafür in der Regel nichts am Code geändert werden.
2. Nur noch 10’000 kostenlose Prüfungen pro Monat
Kostenlos sind neu 10’000 Prüfungen pro Monat. Wer mehr braucht, muss in der Google Cloud ein Zahlungskonto hinterlegen. Für viele kleine Websites reicht das kostenlose Kontingent – bei Spam-Wellen kann es aber schnell knapp werden.
3. Neue Rolle beim Datenschutz ab 2. April 2026
Bisher war Google für die reCAPTCHA-Daten selbst verantwortlich. Seit dem 2. April 2026 ist Google nur noch Auftragsbearbeiter: Google bearbeitet die Daten im Auftrag des Website-Betreibers. Verantwortlich ist damit Ihr Unternehmen. Gleichzeitig hat Google die Hinweise auf seine eigene Datenschutzerklärung aus dem reCAPTCHA-Symbol entfernt und empfiehlt, solche Hinweise auch auf der eigenen Website zu entfernen (Google-FAQ (öffnet in neuem Fenster)).
Was bedeutet das für Schweizer KMU?
- Datenschutzerklärung anpassen: Sie muss erklären, dass Sie reCAPTCHA einsetzen, welche Daten dabei an Google gehen und dass diese in die USA übermittelt werden können.
- Vertrag mit Google: Als Auftragsbearbeiter arbeitet Google auf Grundlage der Google-Cloud-Bedingungen und einer Vereinbarung zur Auftragsbearbeitung. Prüfen Sie, ob diese für Ihr Konto gilt.
- Alte Hinweise entfernen: Texte wie «Es gelten die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen von Google» unter Formularen sind nicht mehr passend.
- Kosten im Blick behalten: Bei viel Formular-Verkehr kann reCAPTCHA neu Kosten verursachen.
Unser Tipp: Lassen Sie Ihre Datenschutzerklärung von einer Fachperson prüfen, wenn Sie reCAPTCHA weiter nutzen.
Gibt es datenschutzfreundliche Alternativen zu reCAPTCHA?
Ja. Es gibt Spam-Schutz, der ganz ohne Google, ohne Cookies und ohne Bilderrätsel auskommt. Solche Lösungen lassen den Browser im Hintergrund eine kleine Rechenaufgabe lösen – für Menschen unsichtbar, für Spam-Programme aufwendig. Beispiele sind ALTCHA (quelloffen, kann auf dem eigenen Server laufen) oder Friendly Captcha (aus Deutschland).
Die Vorteile für KMU:
- Keine Daten an Google – einfacher beim Datenschutz
- Keine Bilderrätsel – angenehmer für Ihre Kundschaft und besser zugänglich für Menschen mit Einschränkungen
- Keine Abhängigkeit von den Preis- und Regeländerungen eines Grosskonzerns
Auf allen Websites, die Design Planet neu erstellt, setzen wir eine solche datenschutzfreundliche Lösung ein. Mehr dazu unter Webdesign.
Muss ich jetzt sofort handeln?
Ihre Formulare funktionieren weiterhin – Google hat den Umzug automatisch durchgeführt. Handlungsbedarf besteht trotzdem bei der Datenschutzerklärung und bei den Hinweisen unter Ihren Formularen. Wenn Sie ohnehin eine neue Website planen oder Ihre bestehende überarbeiten, ist das ein guter Zeitpunkt für den Wechsel auf eine Alternative. Gerne prüfen wir Ihre Formulare und Ihre Datenschutzerklärung in einem Erstgespräch. Wie Sie gleichzeitig bei Google und in KI-Antworten sichtbar werden, lesen Sie im Artikel KI-SEO für KMU.
Design Planet aus Buchs ZH begleitet KMU persönlich vor Ort in der ganzen Deutschschweiz sowie in Deutschland, Österreich und Liechtenstein – und per Videoanruf überall.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Design Planet ist keine Anwaltskanzlei – die Angaben stützen sich auf die im Text verlinkten offiziellen Quellen (Stand: 30. September 2026). Für Ihren konkreten Fall ziehen Sie bitte eine Fachperson bei.
Häufige Fragen
Funktioniert mein Kontaktformular mit reCAPTCHA noch?
In der Regel ja. Google hat den Umzug in die Google Cloud automatisch durchgeführt, am Code der Website muss meist nichts geändert werden.
Kostet Google reCAPTCHA jetzt Geld?
Bis 10'000 Prüfungen pro Monat ist es kostenlos. Wer mehr braucht, muss in der Google Cloud ein Zahlungskonto hinterlegen.
Muss ich meine Datenschutzerklärung anpassen?
Ja, das ist empfehlenswert. Seit dem 2. April 2026 sind Sie als Website-Betreiber verantwortlich, Google arbeitet in Ihrem Auftrag. Lassen Sie die Erklärung am besten von einer Fachperson prüfen.
Welche Alternativen zu reCAPTCHA gibt es?
Zum Beispiel ALTCHA oder Friendly Captcha. Sie schützen Formulare ohne Google, ohne Cookies und ohne Bilderrätsel.